Gemeinsam sind wir Kirche

Fürbitten-Team

Jeden Sonntag und jeden Feiertag gibt es, wie alle wissen, nach der Predigt und dem Glaubensbekenntnis die Fürbitten.

Was nicht alle wissen, ist, dass in Purgstall ein Team von Frauen und Männern für diese Messen die Fürbitten vorbereitet. Jedes Mal ist eine andere / ein anderer zur Vorbereitung an der Reihe. Meist machen sie sich schon die ganze Woche über Gedanken, wie sie die Fürbitten formulieren könnten, was am besten zum Evangelium passt, welche Bitten aus dem Lesen und Meditieren der Bibelstellen entstehen, was die Menschen jetzt gerade brauchen.

Es ist ein schöner und wertvoller Dienst, den die Frauen an unserer Pfarre tun.

Die Mitglieder des Fürbittenteams:

Blaschitz Andrea, Ederer Christine, Ebenführer Monika, Enigl Monika, Erber Regina, Feldbacher Regina, Gedl Maria, Haselberger Roswitha, Kaiser Johannes und Sabine, Kendler Annemarie, Paumann Florentine u. Andreas, Siebenhandl Maria, Stummvoll Vroni.

(Am Foto ist ein Teil des Teams.)



von Christine Ederer

Es gibt in der Purgstaller Pforr,
a Menge Runden, des is wohr.
Die viel schaffen und nix kosten,
unsern Herrn Pfarrer a wengl entlosten.
Do gibt's Menschen die san bereit
und opfern eana freie Zeit,
des follt ma hiaztn grod in Sinn,
so a guate Einrichtung is des Fürbitt-Team.

Net dass da Herr Pfarrer wa z'bequehm,
aber es is für eam ganz angenehm,
wenn sich wer anderer zerbricht das Hirn
und tuat Fürbitten formuliern.
Es is koa schwerer Job, des is wohr,
du wirst herausgefordert zwoa - dreimal im Johr.
Do solls dir holt gelinga,
treffende Anliegen vor den Herrn hinbringa.

Es san so 12-15 Leit,
de wos der besondere Dienst holt gfreit.
Dazua wird koana extra zwunga,
dem Herrn Pfarrer is des mit Schmäh gelunga.
Er hebt jede aufi auf a höhere Stufn
und sogt: "Du bist für des berufn!"
Berufn - i - jo sapalot
und nimmst glei an des Angebot.

Fürs erste denkst jo gor net drau,
dass di des ganz schen fuxn kau.
Zwoamol im Johr kriagst du an Plan,
damit du weißt, jetzt bist du dran.
Manche schiabm's außi a wengl zmeist
und warten auf den Heiligen Geist,
mit dessen Hilfe solls gelinga,
er soll die nötige Erleuchtung bringa.

Du schlagst dir auf - für alle Fälle -
die zugeteilte Bibelstelle.
Setzt dich an einen stillen Ort
und meditierst dann Gottes Wort.
Des öfteren schließt du dann die Augen
und du verharrst im guten Glauben,
im Finstern es leichter dir gelingt,
dass dich neamt stört und drausbringt.

Do kann es manchmol scho passiern,
dass dir raucht der Kopf, des Hirn.
Du suchst nach geistreich Worten, Sätzen,
um sie aufs Papier zu setzen.
Und manchmal wills und wills net sein,
es fällt dir kein Gedanke ein.
Für heut gibst auf, es geht net mehr,
warum ist die Bibelstelle so kompliziert und schwer.

So nichts sagend und so schwer zu begreifen,
Schluss für heut - ich lass die Stelle reifen.
Es rückt dann näher der Termin,
man setzt zum zweiten Mal sich hin.
Vielleicht ist man heut in bessrer Form,
man freut sich wirklich ganz enorm,
dass man heut mit Gottes Hilf und Kraft
eine Fürbitt nach der andern schafft.

Am Anfang jeder Fürbitt steht meist: "Du guter Gott"
das tut bei der Vorbereitung wohl auch not,
dass wir den guten Gott miteinbeziehn,
sonst stünden lauter materielle Wünsche drin.
Dabei sollst du nicht übersehn,
miteinbeziehn das Weltgeschehn.
In der Kirche, im Staat, im fernen Land,
was sich da tut, so allerhand,
an Not und Katastrophenfälle,
die Medien sind eine gute Quelle.

Du musst dich halt gut informieren,
dann kannst du spielend eine Fürbitt formulieren.
Oft is klar, dass draus nix wird,
weil es is holt zweng passiert.
Man flechtet ein noch in der Mitte
eine passende Kinderfürbitte.
Denn im Fürbitt-Teil wird auch erwort,
dass Kinder kommen auch zu Wort.

Und endlich host'as du dann gschafft,
mit Heiligem Geist und letzter Kraft.
Bist damit zfrieden und heilfroh
und denkst a klass - hiazt gib is o.
Doch kurz davor host dann erfasst,
dass doch so manches Wort net passt.
Du füvgst neue Gedanken noch hinzu,
es lässt dir noch immer keine Ruh.

Dann schiaßt's dir noch ins Hirn,
die Lesung kunt i einbeziagn.
Des tüffteln geht von Neuchen aun,
dann korrigierts nu gschwind dei Mann.
Er lests noch durch von vorn bis hint,
ob er wo an Fehler findt.
's is höchste Zeit - im letzten Moment
wird mit dem Zettl dann in Pfarrhof grennt.

Persönlich ogebm oder gfaxt,
wannst 's renna nimmer mehr dapackst,
oder wannst'as ost ganz gnädig,
Gott sei Dank - des wa erledigt.
A paar Stund drauf, jo mei jo mei,
fallertn dir die schönsten Fürbittn ei.
Haufenweis, mei liaba Bua,
aber die Fürbittn san scho bei da Korrektur.

Ein Zittern und ein Zagen,
erfüllt dich in den nächsten Tagen.
Nervosität hat dich erfasst,
so wartest du jetzt, ob alles passt.
Vom Prediger werdens korrigiert,
wos weggstricha und wos drübergschmiert
und manches eingfügt von geistlich höherer Stelle,
damit für alle Fälle,

es würdig und sinnvoll klingt in Gottes Ohr,
die Fürbitten trogt da Lektor vor.
Du traust da bei da Mess koa Muxerl mocha,
passt auf ois wia a Haftlmocha.
Tuast mitverfolgn a jedes Wort,
wos gsprocha wird beim Ambo dort.
Einen Erlösungsseufzer kannst dann hern,
wanns wort-wörtlich gnumma wern,

wie man sie hat formuliert
und dran net viel korrigiert.
Manche tan sich dabei furchtbar schwa,
da schreibt mas ganz oafoch - des tuats a.
Des schlimmste, wos aber passieren konn,
wann oamol leit des Telefon
und es erklingt des Pfarrers Stimme ganz vermessen,
"Hallo, habms aufs Fürbitten schreibm vergessen?"

I glaub, es schreckt di scho,
wann er dann sogt: "Du worst jo dran."
So dann und wann is gor net schlecht,
weil woasst dann sans ganz gwiss ganz recht,
richtig aufgsetzt, formuliert,
wanns der Herr Pfarrer selbst zitiert.
Im Großen und Ganzen moch mas eam e olleweil recht
des Fürbitt - Weibergschlecht.

Weil koa oanzigs Menderl hot der Pfarrer no net gfundn
de a Fürbittn schreibn kunntn.
Drum miaß ma hin und wieder vergessn aufs Fürbittn schreibm,
dann tuat da Pfarrer a in Übung bleibm.
Und dass 100% formuliert san von Zeit zu Zeit,
von oan oanzign Mannerleit.
So hot des Ganze a an bsondern Sinn,
des sogn alle vom Fürbitt-Team.

Oamol im Jahr find ma uns ein
in da Pfarrhofkuchl auf a Glaserl Wein.
Is kloa, dass des da Herr Pfarrer für uns leist,
weil des fördert den guatn Geist,
hilft beim Meditieren, beim Fürbitt schreiben,
dafür wolln treu wir bleiben.
So is es in Herrn Pfarrer und unser Wülln,
der liebe Gott braucht unsere Bittn nur erfülln.
Und vom Feldbacher Peter werdns gsammelt und sorgfälltig deponiert,
i hoff, dass eine Fürbitt - Chronik draus gschaffn wird.