Gemeinsam sind wir Kirche

Pfarrhof

Seit 1613 wohnten die von Petzenkirchen zugeteilten Pfarrer in Purgstall, "wo bekömmlicher zu leben sei" (C. Schachinger, s.40) Bis dahin war Petzenkirchen der Hauptwohnsitz des Pfarrers, der Pfarrer von Petzenkirchen und Vikar von Purgstal war. Diese Abhängigkeit der Pfarre Purgstall vom Pfarramt Petzenkirchen dauerte bis zum Jahr 1689. (C. Schachinger, s.40)
Der Pfaffenhof war Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude. Er stand an der Stelle des heutigen "Kösterhauses" (heutige Besitzer: Czernin / Scholler) und war Maierhof des Domkapitels Passau und der Wohnort der Geistlichkeit. Auch hier gab es aber Renovierungsbedarf: Bereits im Jahre 1544 wollte Johann Achleitner die Pfarre Purgstall nur dann übernehmen, wenn er statt der Ablieferung von Geldmitteln an das Domkapitel Passau diese zur Instandsetzung des Pfarrhofes verwenden dürfe.
Unter dem zum Luthertum gegangenen Pfarrer Paumgartner ging der Pfaffenhof für die Pfarre verloren.
Die reiche Familie der Rosner besaß dieses Haus von 1590 bis 1780. Unter ihr erhielt es die heutige Bauform.

Der jetzige Pfarrhof, bis 1614 ein unscheinbares, ebenerdiges Häuschen, diente als Absteigquartier für den weltlichen Verwalter und später als Wohnort für den Pfarrvikar und den Kaplan. Unter Pfarrer Spitz wurde das kleine Häuschen zwischen 1611-15 bedeutend vergrößert und diente wahrscheinlich ab diesem Zeitpunkt als Pfarrhof und Wohnort für die Geistlichkeit. 1611 wurde das sogenannte "Kooperatorenstöckl" gebaut.

Bis zum Jahre 1848 konnte es bei starkem Regen passieren, dass sich im Pfarrhof knöcheltief Wasser sammelte. Nachdem das Niveau am Kirchenplatz um einen halben Meter abgesenkt wurde, war das Problem beseitigt. Feuchte Mauern gab es trotzdem bis zu den Renovierungen in unserem Jahrhundert.

Ständige Renovierungsarbeiten und Vergrößerungen wurden über die Jahrhunderte immer wieder durchgeführt. Die letzten größeren Renovierungen waren im Jahre 1977 (unter Pfarrer Kreuth), 2004 die Fassadenerneuerung, Dachgeschossausbau als Kaplanswohnung und Gastzimmer, Innenhofgestaltung und 2012 die Trockenlegungsarbeiten am Außenmauerwerk und in den Räumen im Erdgeschoß. Die Umbauten und Sanierungen ermöglichen heute ein angenehmes Klima für das Wohnen im Pfarrhof und für die vielfältigen Aufgaben im Pfarrbüro.